Ich bin – wie so oft – hinter meinem eigenen Plan zurück, regelmäßig zu schreiben.
Wer kennt’s nicht: Die Neujahresvorsätze bröckeln schneller als gedacht. Ich habe gelesen, dass bei vielen der 16. Januar der Tag ist, an dem es kippt. Bei mir könnte das hinkommen.
Ich bin mit einem alkoholfreien und zuckerfreien Vorsatz ins Jahr gestartet. Dreimal war ich schon schwach – also zählt es offiziell vermutlich nicht mehr. Aber immerhin: Es hat für einen kleinen Reset gereicht. Das Feiertagsgelage ist nicht einfach nahtlos weitergelaufen. Auch ein Erfolg.
Aber eigentlich wollte ich über etwas ganz anderes schreiben.
Neulich habe ich einen Newsletter von Meera Kothand gelesen – einer Marketing-Expertin, bei der ich vor Jahren selbst einen Kurs gemacht habe. Ihre zentrale Frage hat mich nicht mehr losgelassen:
Was bleibt, wenn das Leben dazwischenkommt?
Oder wenn die Motivation plötzlich komplett verschwindet?
Alle reden darüber, wie man motiviert bleibt.
Kaum jemand spricht darüber, was man aufbauen sollte für die Tage, an denen Motivation einfach nicht mehr da ist.
Meera schreibt, dass sie seit über zehn Jahren online ein Business aufbaut. Die Annahme von außen: Wer nach zehn Jahren noch da ist, muss jeden Tag brennen. Muss Lust haben, Inhalte zu erstellen, sichtbar zu sein, zu posten.
Die Realität ist eine andere.
Es gab bei ihr – und das kenne ich gut – Monate, in denen Motivation schlicht nicht vorhanden war.
Nicht aus Faulheit. Nicht aus mangelndem Ehrgeiz.
Sondern weil das Leben passiert ist.
Familiäre Krisen.
Phasen, in denen der Kopf leer war.
Tage, an denen einfach keine Energie mehr da war, um „on“ zu sein.
Und genau da liegt der Knackpunkt:
Motivation ist auf lange Sicht kein verlässliches Fundament.
Nicht, weil man etwas falsch macht – sondern weil man Mensch ist.
Wir alle haben eine gewisse Hassliebe zu sozialen Netzwerken. Wir suchen dort Inspiration und Verbindung – und landen oft bei Ablenkung und Konsum. Ich nehme mich da nicht aus.
Am Anfang hat Instagram mir Spaß gemacht.
Dann kam der Druck, dranzubleiben.
Mehr zu teilen. Immer persönlicher. Immer öfter.
Bis es sich entweder nicht mehr echt anfühlte – oder zu echt wurde und keine Grenze mehr da war.
Heute hat mein Instagram-Account vielleicht noch Follower als Zahl, aber laut Algorithmus ist er längst tot. Ich muss deshalb immer ein bisschen schmunzeln, wenn Influencer-Anfragen kommen – und antworte meist ehrlich, dass hier nicht wirklich etwas zu holen ist.
Und genau hier wurde mir beim Lesen von Meeras Text etwas sehr klar:
Viele Menschen geben nicht auf, weil sie zu wenig Talent oder Motivation haben.
Sondern weil sie Dinge aufgebaut haben, die konstante Motivation brauchen, um zu funktionieren.
Täglicher Content.
Algorithmen, die gefüttert werden wollen.
Strategien, die sofort zusammenbrechen, wenn man ein paar Wochen still ist.
Was dagegen bleibt?
Dinge, die nicht täglich Aufmerksamkeit verlangen.
Inhalte, die auch dann wirken, wenn man gerade nicht sichtbar ist.
Perspektiven, die Menschen weitertragen, wenn sie bereit dafür sind.
Meera nennt Bücher, Podcasts, Frameworks, E-Mail-Sequenzen – Dinge, die eine Haltung transportieren. Eine Sicht auf die Welt. Eine klare Position.
Und das hat bei mir sofort resoniert.
Mein Bali Flow Yoga Kurs wird dieses Jahr zehn Jahre alt.
Zehn Jahre.
Und erst gestern habe ich wieder eine Nachricht bekommen von jemandem, der schreibt, dass er oder sie immer noch regelmäßig damit von zuhause aus Yoga praktiziert.
Das ist es doch, oder?
Nicht die Reichweite.
Nicht der Algorithmus.
Nicht die tägliche Sichtbarkeit.
Sondern etwas zu schaffen, das bleibt.
Das Menschen wirklich hilft.
Auch – oder gerade – wenn man selbst mal leiser wird.
Vielleicht ist die eigentliche Frage also nicht:
„Wie bleibe ich für immer motiviert?“
Sondern:
Was baue ich auf, das auch dann noch wirkt, wenn das Leben dazwischenkommt?
Denn das Leben wird dazwischenkommen.
Nicht, weil du scheiterst.
Sondern weil du menschlich bist.
Herzlich
Anna
Täglich 15 Minuten Yoga direkt in dein Postfach – perfekt, um meinen Stil kennenzulernen und Yoga entspannt in deinen Alltag zu integrieren.Â